Wann: DONNERSTAG 22.10.2026 – Beginn 19:00 Uhr
Wo: Salon – Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
„Sie provozieren und müssen nun die Folgen aushalten“, sagen selbst Linke, wenn Frauen in das Visier digitaler Hasskampagnen geraten. So erging es Veronika Kracher, der Autorin des jüngst erschienenen Buches „Bitch Hunt. Warum wir es lieben, Frauen zu hassen“, nachdem sie 2025 in Hamburg über linken Antisemitismus referiert hatte. Aber was kennzeichnet solche Kampagnen, von denen einige im Buch beispielhaft für die Dynamik der antifeministischen Mobilisierungen auseinandergenommen werden? Veronika Kracher zeigt, dass diese Shitstorms mit Entmenschlichung, Beleidigungen und Verleumdungen dem immergleichen misogynen Grundmuster der Täter-Opfer-Umkehr folgen – als Brückenideologie in der digitalen Onlinekultur, zur rechtsautoritären Befeuerung und als Treiber gesellschaftlicher Regression. Kracher seziert Antifeminismus als globale gesellschaftliche Tendenz, als integralen Teil des kapitalistischen Ganzen, in der systemischen Konkurrenz der Menschen und einer Rhetorik der gewaltvollen Selbstbehauptung wurzelnd. Die bestehenden Produktionsverhältnisse zu bewahren und diejenigen zu disziplinieren, die sie infrage stellen, ist seine gesellschaftliche Funktion.
geb. 1960, Kulturwissenschaftlerin, Autorin, war beim Komitee für Unterhaltungskunst der DDR, in vielen Berliner Kulturprojekten und nach den 00er Jahren als politische Mitarbeiterin bei der PDS und der LINKEN, in der Partei und bei Abgeordneten beschäftigt, davon 10 Jahre in Brüssel. Schwerpunkte: Kultur- und Medienpolitik, sowie Europapolitik.