Diese Woche erscheint keine Kolumne.
Wir suchen noch immer die Worte, die Trost und Schutz für unsere queeren Communities, für Freundinnen und Freunde, für uns selbst, ausdrücken können. Doch es fällt unendlich schwer, gerade inmitten der Flut der politischen Statements nach der furchtbaren Gewalttat beim CSD in Berlin, bei dem eine Frau getötet und 29 Menschen verletzt wurden, die Sprache zu finden, die aufrüttelt und stärkt und zugleich der Trauer Raum gibt.
Mit einem Lieferwagen raste der mutmaßliche 21-jährige Täter, der als Islamist bekannt war, in das Fest und griff anschließend die Menschen mit einer Stichwaffe an. Am Sonntag wurde der mutmassliche Täter bei einem Polizeieinsatz erschossen.
Menschen weltweit, die auch in Berlin am Samstag feierten, reagierten auf diesen entsetzlichen Anschlag. Doch liest man viele Reaktionen hierzulande und auch europaweit, dann dominieren die Auseinandersetzungen zum Umgang mit islamistischen Szenen und dies je nach politischer Couleur instrumentalisiert, um allem antimuslimischen Rassismus freien Lauf zu lassen oder verharmlosend, gar schweigend, wie es Peter Laskowski in seinem Blog deutlich benennt.
Die Sichtbarkeit der queeren Commities droht im medialen Reaktionsmechanismus einmal mehr an den Rand gedrängt zu werden. Sie erscheinen „nur“ als „feiernde Menschen“, statt klar zu sagen, dass auch und gerade beim CSD die politischen Forderungen nach Unterstützung von Beratungsstellen, Initiativen und Räumen für queeres Leben auf dem Programm stehen. Schon vorm CSD hatte Klaus Lederer im RBB darauf aufmerksam gemacht, dass immer mehr queere Orte in Berlin um ihr Überleben kämpfen. Und er hatte am 21. Juli in der Trixi-Bar in Berlin aus seiner neuen Veröffentlichung „Queerpolitik im Handgemenge – Ein Blick. zurück, ein Blick nach vorn“ gelesen und eben jenen breiten Forderungskatalog debattiert. Denn der „Kampf gegen den Regenbogen“, wie ein gleichnamiger Essay von Klaus Lederer im Juli in den Blättern für deutsche und internationale Politik hieß, ist alles andere als leise. Er hat seine schlimmste Fratze am 25. Juli 2026 in Berlin gezeigt.
Wir müssen uns die Zeit zum Trauern nehmen, in unserer Solidarität und unserem täglichen Einsatz für die Sichtbarkeit queerer Communities und für ihre Forderungen nicht nachlassen.









