WANN? 15. JUNI 2026, 19:00 DISKUSSION
WO? Salon des FMP1, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Gesellschaft erkennen, kritisieren und verändern. Zum Ideologieproblem bei der Bestimmung von „Gesellschaft“ als Gesamtzusammenhang
Alex Struwe und Klaus Lederer im Gespräch
Obszöner Reichtum und bittere Armut, Klimazerstörung und drittes Maschinenzeitalter, autoritäre Zurichtung des Sozialen und globaler Rechtsruck – und kein Gegenmittel? Es scheint fast, als sei die gesellschaftliche Dynamik wie von einem Autopiloten gesteuert. Aber wie lässt sich Gesellschaft als Gesamtzusammenhang begreifen? Geht das überhaupt? Oder gerät diese Bemühung zwangsläufig zu Ideologie? Unsere Altvorderen verfügten über eine griffige Vorstellung von der „Gesamtscheiße“ (Marx/Engels). Freilich realisierte sich die Erwartung ihrer Überwindung durch die Arbeiterklasse nicht. Im 20. Jahrhundert und erst recht nach dem „Ende der großen Erzählungen“ schien endgültig vorgestrig zu sein, in der Gesellschaft mehr als die Summe ihrer unbestimmten sozialen Beziehungen zu sehen. Inzwischen ist es wieder en vogue, Gesellschaft „groß“ und im Ganzen „zu denken.“ Es gebe ein Bedürfnis nach „umfassenden Theorien der menschlichen Gesellschaft und Geschichte in ihrer Gesamtheit“ (Andreas Reckwitz und Hartmut Rosa), nach einer Analyse der Gesellschaft, „die aufs Ganze“ gehe (Kolja Möller) oder die fortschreitende Einsicht, dass „alle Leiden ein und demselben System“, dem „Allesfresser Kapitalismus“, entspringen würden (Nancy Fraser). Wie lässt sich dieses Revival der gesellschaftlichen Totalität verstehen und erklären? Inwieweit und auf welche Weise trägt es zum besseren Verständnis und vor allem zur Veränderung unserer gesellschaftlichen Zustände bei?
Alex Struwe hat sich dieser Frage in seinem Buch „Totalität. Marx, Adorno und das Problem kritischer Gesellschaftstheorie“ zugewandt und beleuchtet sie im Gespräch mit Klaus Lederer und Publikum.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Progressive Linke e.V., dem Münzenberg Forum (Annotation und Foto) und dem Verbrecher Verlag.





